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-> SZ, 9. November 2001  

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Wolken aus Licht und Farbe

Pastelle und Gemälde von Heinz Kreutz in der Galerie Hanstein und der Saar-Universität

• Von ELKE FEGERT

Heinz Kreutz gehört mit zur Keimzelle des deutschen Informell. Anlässlich des 50. Geburtstages des Kunsthistorischen Instituts an der Saar-Uni sind nun zwei Ausstellungen mit seinen Werken zu sehen.
Unter dem Titel "Neuexpressionisten" zeigte die Zimmer-Galerie von Klaus Franck in Frankfurt 1952 eine Ausstellung von vier jungen Malern: Bernhard Schultze, Karl Otto Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz. Bekannt wurden sie unter dem erstmals von René Hinds erwähnten Namen "Quadriga". Man darf diese nur zwei Jahre währende Frankfurter Künstlervereinigung, die im engeren Sinne nicht als solche gelten kann, als die Keimzelle des deutschen Informell bezeichnen. Während Bernhard Schultze und K.O. Götz zusammen mit Emil Schumacher und Gerhard Hoehme heute in bedeutenden Museen und Sammlungen als Pioniere des deutschen Informell gezeigt werden, sind Greis und Heintz nicht in dem gleichen Maße vertreten. Dies bestätigt auch der Informell-Saal des Saarland Museums, der ebenfalls keine Werke von Kreutz und Greis zeigt. Anläßlich der 50-Jahrfeier des Kunsthistorischen Instituts der Saar-Uni wird mit zwei Ausstellungen zum Schaffen von Heinz Kreutz im saarländischen Ausstellungswesen nun eine Lücke geschlossen. Die Galerie Hanstein und das Präsidialamt der Universität präsentieren jeweils 22 Werke.
  Die Galerie Hanstein zeigt 19 Pastelle und drei Ölgemälde kleineren und mittleren Formates des 1923 in Frankfurt geborenen und heute in der Nähe von München lebenden Koloristen. Die aus den letzten beiden Jahren stammenden Arbeiten vereinen Werke aus den Serien "Lichtgebilde", "Farbenhierarchie", "Farbenbergpastelle", Regenbogenpastelle" und "Tondi-Pastelle". In den sieben "Tondi-Pastellen" scheint das "Erdmotiv" der "Sonnengesänge" wieder zu kehren. Farbige Bildgefüge, die "aus der gestischen Freiheit zu einer Bildordnung mit eigenen Gesetzlichkeiten" gelangen, treten dem Betrachter gegenüber. Die Farben scheinen zu schweben, verdichten sich, verschmelzen, bilden Farbwolken aus. Dass er sich mit Pastell-Technik befasst, begründet Kreutz "mit der hervorragenden Eignung um spontanen Eingebungen folgen zu können. Das Pastell ist wie geschaffen für ein Alterswerk." Auch die in den letzten Jahren erfolgte Konzentration auf "runde" Formen sieht Kreutz lange nicht zu Ende.
  Die Ausstellung im Präsidialamt der Universität vereint ebenfalls Pastelle und Gemälde (jeweils 11) der letzten Schaffensjahre. Sie erfährt jedoch eine Erweiterung durch acht Skizzen zu den "Sonnengesängen" aus dem Jahr 1993. Skizzen und vorbereitende Studien sind im Oeuvre von Heinz Kreutz eher selten anzutreffen, da sich erst im Werkprozess Farb- und Formgebung entwickeln. Die Gemälde zu den "Sonnengesängen" zeigen noch deutlicher als die Pastelle die Bedeutung des Lichts in den Werken von Kreutz, aber auch die Farbe tritt intensiver hervor. Zwei der ausgestellten Gemälde stellen Variationen zum Thema "Ansichten über das Dunkel" vor. Hier kommt den Farben Blau und Schwarz eine gesteigerte Bedeutung zu. All seine Werke sind zwar einem buntfarbigen lyrischen Tachismus verpflichtet, lassen aber auch immer landschaftliche Assoziationen zu. Heinz Kreutz hat mit seinem Schaffen dem Licht und der Farbe in der deutschen Nachkriegskunst seinen ganz eigenen Ausdruck verliehen, der seinesgleichen sucht.

"Späte Erinnerung an Niccolò dell`Abbate", Heinz Kreutz 1998/1999

Sonne? Wie in diesem Bild - "Eine späte Erinnerung an Niccolò dell` Abbate" aus den Jahren 1998/1999 spielen in den Arbeiten von Heinz Kreutz Licht und Farbe einen wichtige Rolle. Zwei Ausstellungen in der Galerie Hanstein und an der Saar-Uni bieten Einblick in sein Werk, das weniger Beachtung findet als das anderer Vertreter des Informell.
FOTO: KATALOG

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